Workshop 6+2: Damit aus einem Trainingsimpuls echte Umsetzung wird

Personalentwicklung steht häufig vor einem Dilemma: Führungskräfte und Mitarbeitende sollen gezielt weiterentwickelt werden, gleichzeitig fehlen im Arbeitsalltag Zeit und Kapazitäten für umfangreiche Trainingsprogramme.

Ein zweitägiges Seminar ist organisatorisch nicht immer leicht umzusetzen. Teilnehmende müssen aus dem Tagesgeschäft herausgelöst werden, Vertretungen müssen organisiert und Budgets begründet werden. Trotzdem soll die Maßnahme nicht nur einen interessanten Impuls geben, sondern im besten Fall zu einer nachhaltigen Veränderung im Arbeitsalltag führen. Genau an dieser Stelle stellt sich für viele Personalverantwortliche eine zentrale Frage:

Wie lässt sich mit einem überschaubaren Trainingsaufwand eine echte und nachhaltige Wirkung erzielen?

Eine mögliche Antwort darauf ist unser Trainingsformat Workshop 6+2.

Warum mehr Trainingsinput nicht automatisch mehr Wirkung erzeugt

In klassischen Führungskräftetrainings erleben wir häufig eine große Dichte an Inhalten. Innerhalb von ein oder zwei Seminartagen werden Modelle vorgestellt, Methoden vermittelt, Übungen durchgeführt und zahlreiche Anregungen gegeben.

Die Teilnehmenden verlassen das Seminar mit vollen Unterlagen, neuen Gedanken und häufig auch mit einer guten Portion Motivation.

Doch zurück im Arbeitsalltag warten bereits die nächsten Besprechungen, dringende E-Mails und operative Entscheidungen. Die neuen Erkenntnisse müssen sich gegen eingespielte Routinen, Zeitdruck und konkrete Herausforderungen behaupten.
Meist fehlt es an einem verbindlichen Rahmen, in dem die Teilnehmenden das Gelernte ausprobieren, ihre Erfahrungen reflektieren und bei Schwierigkeiten nachsteuern können.

Genau hier setzt das Format Workshop 6+2 an.

Was bedeutet Workshop 6+2?

Das Format verbindet einen kompakten, sechsstündigen Workshop mit einem zweistündigen Kleingruppencoaching.

Der Workshop wird für eine interne Gruppe von maximal zwölf Personen durchgeführt und konzentriert sich auf ein klar abgegrenztes Thema. Mögliche Inhalte sind beispielsweise:

  • Feedback- und Entwicklungsgespräche führen
  • Kommunikation und Zusammenarbeit im Team verbessern
  • Führen in der Sandwichposition
  • schwierige Führungssituationen souverän gestalten
  • Konflikte frühzeitig erkennen und ansprechen
  • Veränderungen als Führungskraft begleiten
  • Verantwortlichkeiten und Rollen im Team klären

Im sechsstündigen Workshop erhalten die Teilnehmenden gezielte fachliche Impulse. Gleichzeitig arbeiten sie an konkreten Fällen und Fragestellungen aus ihrem eigenen Arbeitsalltag.

Am Ende des Workshops vereinbart jede Person eine konkrete Transferaufgabe.

Die Transferphase: Aus einer Erkenntnis wird eine Erfahrung

Nach dem Workshop beginnt die entscheidende Phase: die Umsetzung im Arbeitsalltag.
Über einen Zeitraum von etwa vier bis sechs Wochen probieren die Teilnehmenden die erarbeiteten Ansätze in ihrer beruflichen Praxis aus. Die Transferaufgabe kann beispielsweise darin bestehen, ein Feedbackgespräch nach einer neuen Struktur zu führen, eine schwierige Situation früher anzusprechen oder eine konkrete Kommunikationsroutine im Team einzuführen.

Die Aufgabe wird so konkret wie möglich formuliert:

  • Was werde ich ausprobieren?
  • In welcher Situation setze ich es um?
  • Woran erkenne ich, ob es hilfreich war?
  • Was möchte ich dabei über mich selbst oder mein Team lernen?

Durch diesen klaren Auftrag bleibt das Training auch nach dem Workshoptag präsent. Die Teilnehmenden sammeln eigene Erfahrungen und stoßen dabei häufig auf Fragen, die sich während eines Seminars noch gar nicht vorhersehen lassen.

Das Kleingruppencoaching: Umsetzung reflektieren und nachsteuern

Nach vier bis sechs Wochen findet ein zweistündiges Kleingruppencoaching statt. Dafür wird die Gruppe in zwei kleinere Gruppen mit jeweils maximal sechs Personen aufgeteilt.

Jede teilnehmende Person besucht eine der beiden Coachinggruppen und investiert damit insgesamt acht Stunden in das Format: sechs Stunden Workshop und zwei Stunden Kleingruppencoaching.

Im Coaching geht es nicht darum, weitere Modelle und Methoden zu vermitteln. Im Mittelpunkt stehen die tatsächlichen Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag:

  • Was wurde ausprobiert?
  • Was hat gut funktioniert?
  • Wo gab es Widerstände oder Unsicherheiten?
  • Was ist anders verlaufen als erwartet?
  • Welche nächsten Schritte sind sinnvoll?

 Die kleinere Gruppe ermöglicht eine intensive Arbeit an konkreten Situationen. Gleichzeitig profitieren die Teilnehmenden von den Erfahrungen ihrer Kolleginnen und Kollegen.

So entsteht nicht nur individuelles Lernen. Auch innerhalb der Organisation entwickelt sich ein gemeinsames Verständnis davon, wie Führung, Kommunikation oder Zusammenarbeit gestaltet werden sollen.

Warum das Format nachhaltiger wirken kann

Der besondere Nutzen des Formats liegt in der Verbindung aus Impuls, Erprobung und Reflexion.

Der Workshop schafft eine gemeinsame Grundlage. Die Transferphase bringt das Thema in den Arbeitsalltag. Das Kleingruppencoaching sorgt dafür, dass die Umsetzung nicht dem Zufall überlassen bleibt.

Dadurch werden typische Schwächen einmaliger Trainingsmaßnahmen aufgefangen.

Das Thema bleibt über mehrere Wochen präsent

Die Teilnehmenden beschäftigen sich nicht nur an einem einzelnen Seminartag mit dem Thema. Sie beobachten ihr Verhalten, probieren etwas aus und reflektieren ihre Erfahrungen anschließend gemeinsam.

Der Transfer wird verbindlicher

Die angekündigte Coachingrunde erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die vereinbarte Aufgabe tatsächlich umgesetzt wird. Nicht im Sinne einer Kontrolle, sondern als unterstützender Lernrahmen.

Reale Herausforderungen werden bearbeitet

Im Workshop lassen sich viele Situationen theoretisch durchdenken. Welche Hürden im Alltag tatsächlich entstehen, zeigt sich jedoch erst bei der Anwendung. Im Kleingruppencoaching können genau diese Hürden aufgegriffen werden.

Die Teilnehmenden werden nicht mit Inhalten überladen

Das Format konzentriert sich bewusst auf ein abgegrenztes Thema. Statt möglichst viele Modelle unterzubringen, wird ausgewählt, was für die konkrete Zielgruppe wirklich relevant und praktisch nutzbar ist.

Der zeitliche Aufwand bleibt überschaubar

Für die Teilnehmenden umfasst das Format insgesamt acht Stunden. Die Personalentwicklung erhält dennoch eine Maßnahme, die sich über mehrere Wochen erstreckt und die konkrete Umsetzung einschließt.

Für welche Gruppen eignet sich Workshop 6+2?

Das Format eignet sich besonders für interne Gruppen, die an einer gemeinsamen Fragestellung arbeiten sollen.

Das können beispielsweise Führungskräfte einer Ebene, Projektleitungen, Teamleitungen oder Mitarbeitende mit ähnlichen Schnittstellen und Verantwortlichkeiten sein.

Besonders hilfreich ist das Format, wenn eine Organisation nicht nur individuelles Wissen vermitteln, sondern auch ein gemeinsames Verständnis entwickeln möchte. Etwa darüber, wie Feedback gegeben wird, wie Verantwortung übernommen werden soll oder wie Führungskräfte mit widersprüchlichen Erwartungen umgehen können.

Auch als Bestandteil einer längerfristigen Führungskräfteentwicklung kann Workshop 6+2 eingesetzt werden. Mehrere Module lassen sich dabei zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen kombinieren.

Was Personalabteilungen durch das Format gewinnen

Für Personalabteilungen und Personalentwicklungen bietet Workshop 6+2 einen pragmatischen Mittelweg zwischen einem kurzen Einzelimpuls und einem umfangreichen Entwicklungsprogramm.

Das Format ist:

  • zeitlich gut in den Arbeitsalltag integrierbar,
  • auf konkrete betriebliche Fragestellungen ausrichtbar,
  • für interne Gruppen individuell anpassbar,
  • transferorientiert aufgebaut,
  • und in seiner Wirkung gut gegenüber Führungskräften und Entscheidungsverantwortlichen begründbar.

 Der Nutzen einer Weiterbildungsmaßnahme zeigt sich schließlich nicht daran, wie viele Modelle in einem Seminar vorgestellt wurden. Entscheidend ist, ob die Teilnehmenden nach dem Training in einer konkreten Situation anders, klarer oder wirksamer handeln können.

Weniger Stoff – mehr Umsetzung

Nachhaltige Personalentwicklung braucht nicht zwangsläufig immer längere Seminare. Sie braucht vor allem eine gute Verbindung zwischen Erkenntnis und Anwendung.

Das Format Workshop 6+2 setzt deshalb bewusst auf einen fokussierten Workshop, eine konkrete Transferaufgabe und eine anschließende Reflexion in der Kleingruppe.

So wird aus einem Trainingsimpuls ein Lernprozess, der im Arbeitsalltag tatsächlich weitergeführt wird.

Sie möchten ein konkretes Führungs- oder Zusammenarbeitsthema mit einer internen Gruppe bearbeiten? Gemeinsam klären wir, welches Thema sich für Workshop 6+2 eignet und wie das Format an die Herausforderungen Ihrer Organisation angepasst werden kann.

Über den Autor / die Autorin

Tamara Trommer

Gelernte Kommunikationswissenschaftlerin, Systemische Beraterin und Führungskräfteentwicklerin